Jahrhundertelang war die jüdische Minderheit Teil der thüringischen Mehrheitsbevölkerung. Erste Erwähnungen zu den Juden in Meiningen finden wir in dem Memorbuch aus dem Jahre 1296 von Isaak ben Samuel, der über Verfolgungen der Meininger Juden 1242-1243 berichtet. 

1349 wurde die jüdische Gemeinde Opfer der so genannten Pestpogrome. Die meisten Juden Meiningens wurden aufgrund des Vorwurfs, die Brunnen vergiftet und somit die Pest herbeigeführt zu haben, getötet. Einige überlebten den Pogrom, indem sie aus Meiningen flohen. Nach dem Pogrom erhielten nur sehr wenige jüdische Familien dauerhaftes Residenzrecht in Meiningen. Erst mit der „Judenemanzipation“ am Ende des 19. Jahrhunderts änderte sich die Situation der jüdischen Bevölkerung. Juden durften sich in Meiningen niederlassen und die jüdische Minderheit wurde Teil der deutschen Bevölkerung. Der Theaterregisseur und Schauspieler Ludwig Chronegk sowie die Familie Strupp beeinflussten die Kultur und Wirtschaft Meiningens nachhaltig.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten endete die Phase deutsch-jüdischen Zusammenlebens. Die Meininger Juden mussten ihre Heimat verlassen oder wurden von den Nazis vernichtet. Im Mai und September 1942 wurden die Juden aus Meiningen, die nicht aus ihrer Heimat fliehen konnten oder wollten, in die Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert und ermordet.

 

Ziel dieser Homepage ist es einen Überblick über die Geschichte der Juden in Meiningen zu geben und über das Schicksal derjenigen, die Opfer des Holocausts wurden. Geschichten und Informationen, die hinter den „Spuren“ stehen, die wir heute im Stadtbild sehen können, werden zugänglich gemacht.

Gleichzeitig besteht die Möglichkeit sich Dokumente und Schulmaterial zu einzelnen Aspekten der Geschichte der Juden in Meiningen runterzuladen und sich über laufende Veranstaltungen zu informieren.


 

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